-

Home
Nach oben
Infos über das Boot
Charterinfos
Feedback/ Anfrage
Gaestebuch
Last Minute Angebote
Verkauf MAXI 77
Impressum

 

Charterboot  -  Rendsburg

Dipl.-Ing. Andreas Denker

Waldstraße 47

24768 Rendsburg

Tel. 0 43 31 - 55 2 56

Fax 0 43 31 - 55 2 58

info@Charterboot-RD.de

 

Änderungen und Irrtümer vorbehalten!

Stand: 13. Februar 2011

 

 

 

 

 

 

Reisebericht von Herrn Hans Kathmann

-

Mit der "Sommertied" zum Schleswig- Holstein- Tag nach Rendsburg

2. bis 6. Juni 2010

Die Sonne meint es gut mit ihren Schleswig-Holsteinern. Pünktlich zum Schleswig-Holstein-Tag setzt sie ihr strahlendstes Lächeln auf und schickt hochsommerliche Wärme in das von Nord- und Ostseefrische eigentlich immer etwas unterkühlte Land. Es ist bereits das 23. mal, dass die Schleswig-Holsteiner Vereine und Verbände ein Wochenende lang zusammen feiern, und in diesem Jahr übernimmt Rendsburg die Gastgeberrolle. Die SOMMERTIED hat ihre letzten Gäste in der Untereider verwöhnt, liegt im Moment in Bargen neben der kleinen Fähre für Radler und Wanderer. Bargen ist ein sehr alter Fährort, dessen Dienste gern von Dithmarschern genutzt wurden,

wenn der Bauernmarkt in Schleswig besucht werden sollte. Heute betreibt der Tourismusverein die kleine Fähre, kann Autoreisenden aber keine Fährdienste mehr anbieten. Der kleine, idyllische Luftkurort Süderstapel, das beeindruckende erste Eidersperrwerk, das seit rund 70 Jahren die Sturmfluten von Rendsburg fernhält, und das reizvolle Friedrichstadt, ein ehemaliges Wirtschaftszentrum, von dem aus reiche holländische Kaufleute, Glaubensflüchtlinge, die Ernten der Region vermarkteten, sind lohnende Ausflugsziele für Bargener Boote, aber die SOMMERTIED ist nach Rendsburg geordert, denn sie soll dabei sein, wenn Schleswig-Holstein feiert, schließlich ist die alte dänische Festungsstadt doch ihr Heimathafen, und allein das verpflichtet schon zur Teilnahme am Fest. Dieser Meinung ist auch ihr Eigner und ermöglicht es mit kurzer Hand, das urgemütliche Wohnboot nach Rendsburg zu überführen. Mit dem Auto ist der ruhige Sportboothafen von Bargen schnell erreicht, und genauso zügig ist die SOMMERTIED für die Reise durch Eider, Gieselaukanal und NOK vorbereitet. Ein kurzer Dreh am Schlüssel, die Leinen losgeworfen, und schon marschiert die gemütliche Dame mit knapp 8 kmh auf die

nahe Klappbrücke von Pahlen zu. Sie hat vor über 40 Jahren die Fähre ersetzt, klappt für Segler und Ausflugsdampfer auf, ist aber hoch genug gebaut, so dass die SOMMERTIED passieren kann, ohne den Brückenwärter zu bemühen. Die Eider mäandert in abenteuerlichen Windungen durch das flache Königsmoor. Ihre alten Deiche sind bewachsen und werden von schwarzbuntem oder braunem Milchvieh beweidet, das mit großen Kulleraugen der SOMMERTIED nachschaut. Hier und da liegt eine Anglerhütte vor Anker, mündet ein Entwässerungsgraben, arbeitet ein Pumpwerk. Die Dächer von Tielen ziehen vorüber, die Hohner Fähre, ein altes Gasthaus, in dem Reisende auf ihrem Weg von Rendsburg nach Heide übernachteten, wenn sie in die Dunkelheit gerieten, heute ein Ausflugslokal, lädt zur Fahrtunterbrechung ein. Auch hier können nur noch Radler mit einer handbetriebenen Personenfähre nach Dithmarschen übersetzen.

Der Kurs wird südlicher, die Eider will das Prinzenmoor entwässern.

Das einsame Moorgebiet bot dem dänischen Hof die erforderliche Stille, in der Prinzen zu sich selbst finden durften, wenn sie im königlichen Kopenhagen mit ihrem Bedürfnis, sich die höchstadeligen Hörner abzustoßen, die Herzen ihrer Untertanen nicht mehr ausreichend zielsicher an sich binden konnten. Entfernter Straßenlärm drängt sich zwischen den gelegentlichen Gesang der Vögel und das ab und an auflebende Entengeschnatter. Die 203, eine vielbefahrene

Bundesstraße, die die Westküstenstädte an Kiel und Rendsburg anbindet, will unterquert werden, und das geht nur durch eine Schleuse, mit der der Wasserstand von Mitteleider und Gieselaukanal reguliert wird, und durch eine breite Klappbrücke. Der Straßenverkehr muß warten, wenn ein Boot hier die Eider befährt. Hinter Schleuse taucht auf. Wieder öffnen sich Tore, klappt eine kleine Straßenbrücke, winken einsame Liegeplätze für NOK-Fahrer, die Rendsburg nicht mehr erreichen können, weil Sportboote in der Dunkelheit den

NOK nicht befahren dürfen. Voraus ziehen Ozeanriesen vorbei. Der NOK ist nur noch wenige hundert Meter entfernt und nimmt die

SOMMERTIED wie eine Zielgerade auf. Sie reiht sich in den Dampfertreck ein, läßt sich immer mal wieder von einem der Riesen der

Weltmeere überholen. Fähren pendeln hin und her, die Lotsenstation zieht vorüber, Rendsburg öffnet sich und gibt den Blick auf ihr Wahrzeichen, auf die urig alte Hochbrücke frei. 43m Durchfahrtshöhe garantiert sie, die GORCH FOCK muß deshalb ihre Stengen fieren, um passieren zu können, und unter ihr schwebt, nur von dünnen Stahlseilen gehalten, eine der letzten Hängefähren Europas über das Wasser. Auch die Schwebefähre wird von der Bundesbahn betrieben und richtet ihre Fährzeiten deshalb auch nicht am Verkehrsaufkommen aus, sondern an Fahrplanvorgaben. Nur der Schiffsverkehr kann sie aufhalten. Hinter ihr bieten drei Werften ihre Dienste an, sollte einem der Dampfer ein Unglück zustoßen. Ein Kanalfähre muß noch passiert werden, dann zweigt die Obereider ab und erlaubt den Besuch des Rendsburger Stadthafens, der Flaniermeile des Schleswig-Holstein-Tages. Die Obereider ist ein städtisches Gewässer, wird von Mitarbeitern des RVR beaufsichtigt. Die ehrwürdige Marienkirche, Festzelte, ein Riesenrad und die Steganlagen des RVR werden sichtbar, wachsen  heran, die SOMMERTIED wird auf einen für sie reservierten Liegeplatz gelotst, die Anreise ist beendet. Nun darf Entspannung eintreten, können die vielen Vorführungen der Vereine des Landes bewundert, kann beim Drachenbootrennen mitgefiebert

 werden. Vor allem aber locken Kaffee, Torte und ‚Schlackermaschü.

 

 

Lieber Herr Kathmann,

vielen Dank für den tollen Bericht über Ihren Kurztrip. Ich weiß ja bereits, dass Ihre Reportagen immer amüsant und kurzweilig geschrieben sind, daher darf er auch in dieser Stelle nicht fehlen.

Aber wir dürfen den Besucher dieser Seite nicht verschweigen, dass das Befahren des Nord- Ostsee- Kanals für unsere Chartergäste aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Denker